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Die Legende von "Veer & Zaara" ist ein Meisterwerk indischer Filmkunst. Regisseur und Produzent Yash Chopra ist der bekannteste und erfolgreichste seines Landes. Sein Ruhm reicht auch über die Grenzen Indiens hinaus. Mit über 70 Jahren hat Chopra mehrere Jahrzehnte indische Filmgeschichte geschrieben. Sein Können und Wissen hat er an seinen Sohn Aditya weiter gegeben, der bereits ebenfalls ausgesprochen erfolgreich ist. Von ihm sind auch das Drehbuch und die Dialoge zu "Veer & Zaara", beides mit mehreren Awards ausgezeichnet. Die Zusammenarbeit mit den bekanntesten, erfolgreichsten und besten Schauspielern des Landes, Amitabh Bachchan, Shahrukh Khan, Rani Mukherjee und Preity Zinta ist nur ein weiteres Mosaiksteinchen, der dem Film außergewöhnliche Klasse verleiht. Ergänzt von den besten Sängern Indiens und dem Meister der Lyrics Javed Akhtar sowie den Klängen der indischen Musiklegende Madan Mohan ist ein Epos entstanden, das seines Gleichen sucht. Jedes Merkmal für sich alleine schon sicherer Garant für Erfolg, ist die Komplexität des Zusammenwirkens aller Faktoren ein Meisterwerk der Extraklasse, das die größten Hollywoodklassiker langweilig und unterdurchschnittlich erscheinen lässt. Der Film ist Kopfkino, Augen- und Ohrenschmaus für jedermann und der Zuschauer kann individuell bestimmen welchem Kriterium er den Vorzug gibt, unter welchem Aspekt er den Film betrachtet. Da ist zum einen die außergewöhnliche Liebe zweier Menschen, unschuldig und gottesgleich, für die die Liebe die einzige Religion ist. Die Legende dieser einzigartigen Liebe erinnert an den Korintherbrief "Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf; sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht über Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf." und wird auch genau so dargestellt. Es ist Liebe wie sie sein sollte und wie wir uns Liebe wünschen und aus tiefstem Herzen ersehnen. Der Film kommt völlig ohne direkte Erotik, nackte Haut oder eindeutigen Liebesbeweisen aus, so dass er auch mit Kleinkindern angesehen werden kann und dennoch vermittelt er Romantik in Reinform. Die Poesie der Körpersprache, Augenausdrücke, Mimik und Gestik sprechen und regen die Phantasie des Zuschauers, der keinerlei Grenzen gesetzt sind, auf's Äußerste an. |
Die emanzipierte Frau wird den Film aus einer anderen Perspektive betrachten, da er die Rolle der Frau im fernöstlichen Kulturkreis anspricht. So utopisch manche Dialoge gemessen an den Sitten und Gebrächen auch sind, erscheinen sie weder verlogen, noch künstlich stilisiert. Sie sind in den Film so eingebunden, dass sie nicht direkt angesprochen werden und dennoch allzeit präsent sind. Auch das Eheversprechen der Eltern, deren eigene Interessen im Vordergrund stehen und die die wichtigste Kraft des Lebens – die Liebe – völlig unberücksichtigt lassen, wird in diesem Film in Frage gestellt.
Unter diesem Gesichtspunkt wird auch der religiöse Mensch den Film sehen, denn er setzt die Liebe, die stärkste Macht des Lebens über den Glauben und zeigt, dass Menschen unterschiedlichen Glaubens durch die Liebe vereint werden können, ohne dass der Glaube verleugnet werden muss, denn Gott ist Liebe. Es gibt nur einen Gott, der uns alle behütet, völlig egal mit welchen Namen wir ihn ansprechen oder auf welche Art wir uns an ihn wenden.
Der politisch interessierte Zuschauer mit Background wird den Film vom Standpunkt zweier Länder betrachten, durch die einst willkürlich eine Grenze gezogen wurde. Zwei Staaten die mehr gemein haben, als das was sie je ernsthaft trennen könnte. Yash Chopra hat ein sehr sensibles politisches Thema aufgegriffen und einen großen Beitrag zum Thema Völkerverständigung geleistet. Wenn auch die aktuellen Politiker den Film eventuell nicht gesehen haben, so hat es doch die junge und unbelastete Generation getan, die Politiker der Zukunft.
Pakistan steht stellvertretend ebenso für Kashmir und die Geschichte auch für viele andere Brennpunkte unserer Welt. Chopra hat alle Themen und Seiten mit Respekt und ohne Wertung belegt, was den Zuschauer nicht für eine Seite einnimmt oder unbewusst manipuliert.
Shahrukh Khan, der Hauptdarsteller, ist in diesem Film in einer besonderen Rolle. Die Wende in seinen Rollen zeichnet sich ab dem Jahrtausendwechsel und nach seiner selbst gewählten Auszeit ab. Spielte er in fast allen früheren Filmen, den Draufgänger und Herzensbrecher, so sind seine Parts ab 2000 mit Tiefgang, wesentlich anspruchsvoller und glaubwürdiger. Das liegt meines Erachtens daran, dass er nun Rollen übernimmt, die im Besonderen seinem eigenen Ich entsprechen - ein stiller, sensibler Mensch mit vielen besonderen Werten und Tendenz zum Charakterdarsteller.
Die gesamte Crew hat mit "Veer & Zaara" einen Film geschaffen, der meiner Meinung nach einer der Besten, wenn nicht gar der Beste ist und auch große, namenhafte Hollywoodproduktionen durchaus toppt.
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