Kostenlose Counter von Counterstation
© 2005
SHAH RUKH KHAN - Autobiografie

Als mein Vater starb, habe ich nicht geweint. Ich dachte das sei heldenhaft. Ich war einer der Pall-Bearers (*Sargträger) und ich dachte ich sei ein großer kleiner Mann. Ich fühlte mich betrogen, obwohl er mich auf seinen Tod vorbereitet hatte. Der Tod meiner Mutter lies mich erkennen, dass nichts für immer währt, nichts für die Ewigkeit ist. Ich weinte viel. Nichts wird mich mehr schocken. Es war der schmerzhafteste Moment meines Lebens als meine Mutter in meinen Armen starb. Sie hatte alles geregelt und starb dann plötzlich. Genau wie mein Vater. Sie hatte einen septischen Schock. Das war sehr schmerzhaft. Das erste Mal, dass ich zu Gott betete war, als sie im Sterben lag. Ich habe nie gebetet, das war so in unserer Familie. Eine muslimische Familie hat dich nie zum Beten gedrängt. Es war das erste Mal, dass ich betete und sie ist während dessen gestorben.

Ich habe meine Grundwerte von ihr geerbt und viel von ihr gelernt. Wie zum Beispiel: "Beschneide nicht deine Ausgaben, erhöhe dein Einkommen." Das ist der Grund warum ich ein Verschwender bin. Wünsche dir jedoch nichts was ein schlechtes Gefühl erzeugt. In Urdu heißt das "manhoosiyat". Es ist, wie wenn du jemand nach Geld fragst und er sagt: "nahin yaar kal de dunga" – vergiss es. Das ist der Grund warum ich das Geld meiner Mutter nie angerührt habe. Ich weiß sie würde es nicht auf diese Art wollen. Ich habe nur ein Fernseh-Set mitgenommen, dass sie mir zuletzt mitgegeben hatte, als ich nach Bombay kam. Mein Sachen, mein Geschäft, meine Autos, alles ist noch in Delhi. Ich habe nichts mitgenommen, denn wenn sie nicht da ist um es mir zu geben, will ich es nicht. Und sie ist glücklich, wenn ich es nicht brauche und mir alles aus eigener Kraft leisten kann.

Sie lehrte mich auch niemanden zu verletzen. Wie ich sagen würde, sie würde jemand schlagen, wenn sie über ihn verärgert wäre und ihn gleichzeitig lieben. Weder sie noch mein Vater haben mich jemals geschlagen. Sie waren sehr liebe Menschen. Meine Mutter war wie eine sehr gute Freundin als ich ihr sagte, dass ich Gauri gerne heiraten möchte. Sie hat nie danach gefragt ob se Muslime oder Chinesin ist. Sie sagte mir wie ich vorgehen solle, richtig süße Ratschläge. Und was das Wichtigste war, sie verhalf mir zu meiner jetzigen Lebensphilosophie. Sie lehrte mich, dass nichts ewig ist, sie eingeschlossen. Deshalb genieße ich den Moment und das was ich habe, bevor ich es verliere. Alles ist vergänglich. Deshalb gebe ich auf nichts was. Es ist ziemlich egoistisch so zu denken.

 

Doch rationell gedacht heißt es, wenn man mir die Mutter nehmen kann, kann man mir auch alles andere nehmen. Wenn ich mit diesem Verlust leben kann, dann kann ich ohne Starruhm, Geld und allem anderen leben. Wenn du dich zu dieser Erkenntnis durchgerungen hast, kannst du dem Tod sehr nahe kommen. Menschen sagen, die einzige Heilung für das Leben ist der Tod. Vielleicht in diesem einen Moment, in dieser einen Sekunde, wenn alle Sorgen deinen Verstand verlassen, stirbst du. Ich habe es meiner Mutter sehr schwer gemacht, zu gehen, ich hörte nicht auf zu sagen: "Bitte geh‘ nicht"

Ich glaube sie ist irgendwo und sieht auf mich herunter. Andernfalls hätte ich nicht das was ich habe. Sie ist meine Verbindung zu Gott, denn es gibt nichts was ich haben will und nicht bekomme. Ich habe um nichts für mich gebeten, denn ich weiß es würde ihr nicht gefallen. Doch wann immer ich für jemand gebetet habe, der arm ist, dem es nicht gut geht oder der traurig ist, dann sage ich es meiner Mutter und ich bin sicher, sie tut etwas, denn meistens wendet sich alles zum Guten. Immer wenn ich glücklich bin, weine ich, weil ich dieses Glück nicht mit ihr teilen kann.

Meine Schwester Shehnaz ist sehr süß und naiv. Sie ist sehr verwöhnt. Ich liebe sie sehr. Ich bin in ihrem Schatten groß geworden, denn sie war das ältere Kind im Haushalt. Ich sah zu ihr auf. Sie ist sehr still, seit meine Eltern nicht mehr sind. Sie wohnt bei mir. Sie ist sehr gebildet, hat eine Management Ausbildung und arbeitet als Beamtin für das Indira Gandhi Memorial. Sie hat ebenfalls eine Ausbildung in Psychologie.

Der Tod unseres Vaters hat sie sehr verändert. Ich war jünger und denke, ich war deshalb schneller über Vaters Tod hinweg. Und als sie es akzeptiert hatte, starb unsere Mutter. Sie hatte eine schlimme Phase. Sie ist die einzige Verbindung zu meinen Eltern. Ich sehe meinen Vater und meine Mutter in ihr. Ich sage zu Shehnaz immer wieder: "Du bist genau wie Mama". Selbst sie hatte ihre Zeiten des Zornes. Meine Mutter war immer bei mir und sie sagte mir, ich solle immer arbeiten, denn es wird mir über vieles hinweg helfen. Ich habe das verinnerlicht. Bevor meine Schwester diese unschätzbare Lektion lernen konnte, starb unsere Mutter. Meine Schwester wurde sehr anhänglich. Sie war ein offenes Mädchen vorher und wurde sehr still und leise. Ich sehe immer noch zu ihr auf.

<< zurück << Du möchtest mehr wissen? >> lese mehr >>